Fahrzeuge

Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass es im Rettungsdienst unterschiedliche Fahrzeugtypen oder auch „Rettungsmittel“ für unterschiedliche Zwecke gibt. Umgangssprachlich wird oft lediglich von einem Krankenwagen gesprochen.

Da es jedoch viele verschiedene, zum Teil hoch spezialisierte Rettungsmittel gibt, möchten wir Ihnen diese kurz vorstellen.

Unter Rettungsmittel im engeren Sinne sind die Fahrzeuge für die Beförderung der Patienten bzw. für das Heranführen des rettungsdienstlichen Personals zum Notfallort bzw. zum Ort des Transportbeginns zu verstehen.

Fahrzeugtypen

Rettungswagen (RTW)

Rettungswagen

Der Rettungswagen oder kurz RTW ist das Standardfahrzeug im Bereich der Notfallrettung und steht mindestens einmal auf jeder saarländischen Rettungswache zur Verfügung. Momentan werden im Saarland  Fahrzeuge vom Typ Mercedes Benz Sprinter mit Kofferaufbauten der Firma System Strobel eingesetzt. Sowohl die Ausstattung als auch die Größe des Fahrzeuges werden durch die europaweit gültige Euronorm DIN EN 1789 geregelt.

Der große Vorteil eines RTW mit Kofferaufbau gegenüber einem „normalen Kastenwagen“, wie sie zum Teil auch noch im Rettungsdienst Verwendung finden, liegt in den besseren räumlichen Bedingungen im hinteren Bereich des Fahrzeugs. So herrscht im gesamten Behandlungsraum eine Stehhöhe von ca. 1,90 m; durch die durchgängig geraden Wände können Geräte sehr gut befestigt und der vorhandene Stauraum optimal genutzt werden.

Alle derzeit im Saarland beschafften Rettungswagen sind so ausgestattet, dass neben dem standardmäßigen liegenden Transport auch die Möglichkeit besteht, einen Patienten auf einem integrierten Tragestuhl sitzend zu transportieren.

Besatzung

Die personelle Besetzung eines RTW und deren berufliche Qualifikation ist in den Rettungsdienstgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt. Im Saarland besteht die Besatzung aus einem/r Rettungsassistenten/in oder einem/r Notfallsanitäter/in und einem Rettungssanitäter/Rettungshelfer.

Ausrüstung

In einem Rettungswagen werden alle Medikamente und Geräte vorgehalten, die zur optimalen Versorgung und Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen bis zum Erreichen der nächstgelegenen geeigneten Klinik notwendig sind. Die Ausrüstung eines RTW besteht unter anderem aus:

  • Notfallrucksack /-koffer
  • EKG/Defibrillator/Monitor
  • Sauerstoffinhalationsgerät/Beatmungsgerät
  • Absaugpumpe
  • Fahrtrage
  • Spezial-Tragestuhl zum leichten Transport auch über Treppen
  • Tragetuch
  • Schaufeltrage (Gerät zum sicheren Aufnehmen bei Verletzungen des Rückens)
  • Gerät zur Ganzkörper-Immobilisation (Vakuummatratze)
  • Schienen zur Ruhigstellung von Armen und Beinen
  • Gerät zur Ruhigstellung der Halswirbelsäule (ugs. Halskrause)
  • MANV-Tasche
  • Funk
  • Rechner mit Anbindung an die Leitstelle
     

Krankentransportwagen ( KTW)

Krankentransportwagen

Der Krankentransportwagen oder kurz KTW ist im Rettungsdienst für nicht-akute Transporte (im Gegensatz zu Notfällen) zuständig, zum Beispiel, wenn jemand krankheitsbedingt ins Krankenhaus eingewiesen wird und während des Transportes spezieller Einrichtungen (z.B. Trage zum Liegendtransport, Sauerstoff) und der qualifizierten Betreuung durch Fachpersonal bedarf.

Umgangssprachlich wird leider häufig von Krankenwagen gesprochen, auch wenn ein Rettungswagen gemeint ist.

Sowohl die Ausstattung als auch die Größe des Fahrzeuges werden durch die europaweit gültige Euronorm DIN EN 1789 geregelt.

Besatzung

Die personelle Besetzung eines KTW und deren berufliche Qualifikation ist in den Rettungsdienstgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt. Im Saarland besteht die Besatzung mindestens aus einem Rettungssanitäter und einem Rettungshelfer.

Ausrüstung

Die Mindestausstattung eines KTW ist europaweit durch die Norm DIN EN 1789 vorgegeben. Sie besteht im Wesentlichen aus Trage, Tragestuhl und einer medizinischen Basis-Ausstattung.

  • Notfallrucksack /-koffer
  • AED
  • Sauerstoffinhalationsgerät
  • Absaugpumpe
  • Fahrtrage
  • Tragestuhl
  • Tragetuch
  • Schaufeltrage (Gerät zum sicheren Aufnehmen bei Verletzungen des Rückens)
  • Gerät zur Ganzkörper-Immobilisation (Vakuummatratze)
  • Schienen zur Ruhigstellung von Armen und Beinen
  • Gerät zur Ruhigstellung der Halswirbelsäule (ugs. Halskrause)
  • MANV-Tasche
  • Funk
  • Rechner mit Anbindung an die Leitstelle

Einsatzbeispiele

Typische Einsatzanlässe für den Krankentransportwagen sind:

  • Transport ins Krankenhaus (Einweisung durch Hausarzt)
  • Transport vom Krankenhaus zurück nach Hause (Wohnung, Seniorenheim)
  • Verlegung von einem Krankenhaus ins andere
  • Ambulanzfahrten, z.B. zur Dialyse oder zum Katheterwechsel - der Patient wird zur Behandlung gebracht und anschließend wieder zurück gefahren

Ein Krankentransportwagen fährt selten mit Sondersignal (Blaulicht), ist aber für den Notfall (z.B. wenn alle Rettungswagen anderweitig belegt sind und der KTW zur Erstversorgung zum Einsatz kommt) auch mit Blaulicht und Signalhorn ausgerüstet. Die Besatzung hat eine entsprechende Ausbildung und kann auch im Notfall eine Erstversorgung durchführen.
 

Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)

Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)

Das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) ist ein PKW, der den Notarzt zum Einsatz bringt. Mit einem NEF können keine Patienten transportiert werden, dazu wird zusätzlich noch ein Rettungswagen benötigt: Beide Fahrzeuge treffen sich an der Einsatzstelle. Daher hat dieses System den Namen "Rendezvous-System", im Gegensatz zum "Kompakt-System", bei dem der Notarzt auf dem Transportfahrzeug (= Notarztwagen) mit zum Einsatz fährt.

Da der Notarzt nicht an das Transportfahrzeug gebunden ist, sind er und die anderen Rettungsmittel erheblich flexibler einsetzbar.

Ein Rettungswagen kann bei Bedarf auch den Notarzt nachfordern. Manchmal stellt sich erst am Einsatzort heraus, dass der Notarzt den Transport nicht begleiten muss, er ist dann sofort wieder für den nächsten Einsatz bereit, da er nicht an das transportierende Fahrzeug gebunden ist.

Zudem ist ein NEF auch etwas schneller und wendiger, was bei vielen Gelegenheiten Vorteile hat.

Besatzung

Das NEF ist im Saarland mit einem Rettungsassistenten und einem Arzt mit Zusatzbezeichnung „Notfallmedizin“ besetzt.

Ausrüstung

Die Mindestausstattung eines NEF ist in Deutschland genormt, dazu gehört eine komplette Notfallausrüstung, wie sie auch vom Rettungswagen bekannt ist, zudem werden noch z. B. Betäubungsmittel für Schmerzbekämpfung vorgehalten.

  • Notfallrucksack/-koffer
  • EKG/Defibrillator/Monitor
  • Sauerstoffinhalationsgerät/Beatmungsgerät
  • Absaugpumpe
  • Gerät zur Ruhigstellung der Halswirbelsäule (ugs. Halskrause)
  • Mechanische Reanimationshilfe (AutoPulse ®)
  • MANV-Tasche
  • Funk
  • Rechner mit Anbindung an die Leitstelle
     

Rettungshubschrauber

Rettungshubschrauber

Rettungshubschrauber dienen in der Luftrettung zum Großteil als schneller und flexibler Notarztzubringer. Zum Patiententransport kommen Hubschrauber nicht immer zwingend zum Einsatz. Nur wenn der Patientenzustand dies erlaubt bzw. erfordert, wird auf den Hubschrauber als Transportmittel zurückgegriffen. Die Rettungsleitstelle entsendet einen Rettungshubschrauber immer dann, wenn ein schneller Notarzteinsatz notwendig ist und kein bodengebundener Notarzt zur Verfügung steht oder wenn die speziellen Vorteile eines Rettungshubschraubers gefragt sind.

Ein Einsatz des Hubschraubers ist jedoch abhängig von den Witterungsverhältnissen und vorhandenem Tageslicht.

Der saarländische Rettungshubschrauber Christoph 16 ist am Saarbrücker Winterberg stationiert. Betreiber der Luftrettung im Auftrag des saarländischen Innenministeriums ist die ADAC Luftrettungs-gGmbH.

Besatzung

Besetzt wird der RTH Christoph 16 durch einen Notfallsanitäter, einen Arzt mit Fachkundenachweis Rettungsdienst sowie einen Pilot der ADAC Luftrettungs-GmbH.

Ausrüstung

Die Ausstattung eines Rettungshubschraubers ist in weiten Teilen mit der eines Rettungswagens zu vergleichen. Zudem werden, wie auf dem Notarzteinsatzfahrzeug noch zum Beispiel Betäubungsmittel für Schmerzbekämpfung vorgehalten.

  • Notfallrucksack/-koffer
  • EKG/Defibrillator/Monitor
  • Sauerstoffinhalationsgerät/Beatmungsgerät
  • Absaugpumpe
  • Trage
  • Tragetuch
  • Schaufeltrage (Gerät zum sicheren Aufnehmen bei Verletzungen des Rückens)
  • Gerät zur Ganzkörper-Immobilisation (Vakuummatratze)
  • Schienen zur Ruhigstellung von Armen und Beinen
  • Gerät zur Ruhigstellung der Halswirbelsäule (ugs. Halskrause)
  • MANV-Tasche
  • Funk
  • Rechner mit Anbindung an die Leitstelle
     

Intensivtransportmobil (ITM) (Sonderfahrzeug)

Intensivtransportmobil (ITM)

Das Intensivtransportmobil ermöglicht den hoch spezialisierten Verlegungstransport von Patienten in Krankenhäuser zur weiterführenden diagnostischen und therapeutischen Behandlung unter intensivmedizinischen Bedingungen.

Im Jahr 1997 wurde das erste Intensiv-Transport-Mobil am Standort Saarbrücken in Dienst gestellt. Mit diesem besonders großräumigen Fahrzeug werden Patienten, begleitet durch einen Arzt aus einer stationären Einrichtung zur weiterführenden Diagnostik und Behandlung in eine besser geeignete Behandlungseinrichtung (i.d.R. ein Krankenhaus der Maximalversorgung) transportiert. In dem Fahrzeug kann der Patient während der Fahrt intensiv-medizinisch überwacht und betreut werden.

Besatzung

Die Besatzung des ITM wird durch die Berufsfeuerwehr Saarbrücken gestellt und durch einen Anästhesisten des Klinikum Saarbrücken ergänzt.

Ausrüstung

Neben der umfangreichen Ausrüstung mit Medizin-Technik, ist das Fahrzeug mit einem speziellen Krankenbett und einer entsprechenden Hubeinrichtung ausgestattet. Das in dieser Form einmalige Transportkonzept erlaubt einen schonenden Transport und eine Versorgung während des Transportes unter nahezu klinischen Bedingungen.

Abweichend von der Ausstattung der anderen Fahrzeuge im Saarländischen Rettungsdienst ist die Ausrüstung des ITM speziell auf den Einsatzbereich Intensivmedizin zugeschnitten. So werden hier beispielsweise andere Beatmungs- und Überwachungssysteme eingesetzt.
 

Schwerlastrettungswagen (S-RTW) (Sonderfahrzeug)

Schwerlastrettungswagen (S-RTW)

Ein immer größer werdender Anteil der Patienten in der Notfallrettung und im Krankentransport leidet unter einem erheblichen Übergewicht. Diese Tatsache stellte den Rettungsdienst im Saarland teilweise vor erhebliche logistische und materielle Probleme. Da die im saarländischen Rettungsdienst eingesetzten Fahrtragen im Regelbetrieb nur mit einer Maximal-Last von rd. 160‑180 kg belastet werden können, wurden Patienten mit einem höheren Gewicht entweder unter Inkaufnahme von Materialschäden oder unter oftmals abenteuerlichen Umständen mit improvisierten Lösungen transportiert.

Durch eine umfassende Aufrüstung eines vorhandenen Rettungswagens im Jahr 2008 wurde im Saarland erstmals eine Systemlösung für den Transport von stark übergewichtigen Patienten umgesetzt. Die spezielle Schwerlasttrage wurde mittels einer elektrischen Seilwinde über eine heckseitig angebrachte Laderampe in das Fahrzeug gezogen.

Im Jahr 2013 wurde dieses erste Fahrzeug gegen ein Neufahrzeug ausgetauscht, das den aktuellen Stand der Technik widerspiegelt. Wiederum wird eine Schwerlasttrage im Fahrzeug vorgehalten, die zusätzlich über eine elektrohydraulische Unterstützung beim Anheben oder Absenken verfügt. Das neue Fahrzeug ist mit einer Hubvorrichtung am Heck ausgestattet, die ein einfacheres Be- und Entladen des Fahrzeuges ermöglicht.

Ergänzend werden eine Reihe sinnvoller Transport-Hilfsmittel für übergewichtige Patienten mitgeführt (Vakuummatratze, Tragetuch, verlängerte Gurtsysteme, Rollboard), aber auch spezielle Halterungssysteme, die in den Bodenschienen flexibel eingesetzt werden können (Elektrorollstuhl, Klinikbett).

Stationiert ist der S-RTW auf der Rettungswache Dillingen und wird im Einsatzfall von einer Besatzung der dortigen Rettungsmittel besetzt.
 

Gerätewagen Rettungsdienst (GW-Rett) (Sonderfahrzeug)

Gerätewagen Rettungsdienst (GW-Rett)

Der Gerätewagen Rettungsdienst verfügt über Material zur Versorgung von 25 Patienten und steht für besondere Schadensereignisse mit einer großen Anzahl von Verletzen zur Verfügung.

Behandlungsplatz und Gerätewagen Rettungsdienst

An strategisch günstigen Rettungswachen im Saarland wurden in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt vier „Gerätewagen-Rettungsdienst“ stationiert. Die Fahrzeuge verfügen über eine technische und medizinische Beladung, die es ermöglicht, innerhalb kurzer Zeit einen Behandlungsplatz für bis zu 25 Verletzte (BHP 25) in unmittelbarer Nähe der Schadensörtlichkeit zu errichten und zu betreiben. Ergänzt wird das Konzept von einem bereits vorhandenen Abrollbehälter „AB-MANV“ (BHP 50), der bei der Berufsfeuerwehr Saarbrücken stationiert ist und zentral von der Landeshauptstadt aus im ganzen Saarland eingesetzt werden kann. Alarmiert werden die „GW-Rettungsdienst“ durch die Integrierte Leitstelle des Saarlandes über Funkmeldeempfänger.

Ein solcher Behandlungsplatz ermöglicht es, Patienten zunächst vor Ort adäquat zu behandeln und so einen Puffer aufzubauen, bis die Patienten schließlich in einer nach Verletzungsschwere festgelegten Reihenfolge in die umliegenden Krankenhäuser transportiert werden können.

Unter anderem können mit der Beladung eines GW-Rettungsdienst insgesamt vier komplette Intensivbehandlungsplätze aufgebaut werden. Dazu gehören jeweils ein EKG/Defi, ein Beatmungsgerät sowie eine Absaugpumpe. Zur umfangreichen notfallmedizinischen Ausrüstung gehören diverse Notfallmedikamente, Infusionen, Material für die Behandlung von Verbrennungen, Verband-, Hygiene-, Büro-, Registrierungs- und Ersatzmaterial.

Außerdem stehen für den Ersteinsatz am Unfallort insgesamt acht Notfallrucksäcke für die schnelle Patientenversorgung im unmittelbaren Schadensraum, zwei Notfallrucksäcke für akute Situationen im Triagebereich sowie ein Kindernotfallrucksack zur Verfügung. Für den kompletten Aufbau des Verbandplatzes sind in jedem Gerätewagen drei Schnelleinsatzzelte, ein Stromaggregat und Beleuchtungs- sowie technisches Material verlastet. Die „GW-Rettungsdienst“ sind auf den DRK-Rettungswachen in Merzig, Dillingen, Homburg und St. Wendel stationiert.

Leitender Notarzt (LNA)

Leitender Notarzt (LNA)

Der Leitende Notarzt ist Teil der Einsatzleitung Rettungsdienst und verfügt zum schnellen Erreichen der Einsatzstelle über einen entsprechenden PKW.

Dem Leitenden Notarzt  fällt in erster Linie die Aufgabe zu, die Verletzten zu triagieren, d.h. Verletzungsschwere und –umfang festzustellen und die Versorgung nach Dringlichkeit zu ordnen. Darüber hinaus trägt er aus medizinischer Sicht die Verantwortung für den medizinischen Teil des Einsatzes.

Die Leitenden Notärzte werden aus den Reihen der Notärzte durch die Kliniken im saarländischen Notarztdienst vorgeschlagen und nach Abstimmung mit dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst bzw. der Ärztekammer durch den ZRF Saar für den Zeitraum von drei Jahren berufen.

Insgesamt zwei LNA-Systeme werden zeitgleich dienstbereit vorgehalten. Sie teilen sich das Saarland in die beiden Bereiche LNA Saarland West (Regionalverband Saarbrücken, Landkreis Merzig-Wadern) und  LNA Saarland Ost (Landkreise St. Wendel, Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis) auf. Damit kann zusammen mit den drei OrgL-Systemen bei Alarmierung zeitnah reagiert und der Schadensort angefahren werden.

Den LNA stehen 2 Einsatzfahrzeuge mit entsprechender Ausstattung zur Verfügung.
 

Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (OrgL)

Organisatorischer Leiter Rettungsdienst (OrgL)

Ebenso wie der LNA ist auch der Organisatorische Leiter Rettungsdienst Teil der Einsatzleitung Rettungsdienst. Er verfügt über ein Fahrzeug mit Ausstattung für die Führung des Rettungsdiensteinsatzes.

Der Organisatorische Leiter, ein erfahrener, speziell ausgebildeter Rettungsassistent, legt seinen Schwerpunkt auf die organisatorisch-taktische Beurteilung und unterstützt den LNA im Bereich Logistik und Kommunikation.

Im Zuge der Einführung einer landesweiten Einsatzleitung Rettungsdienst wurden  in enger Abstimmung mit den am Rettungsdienst beteiligten Hilfsorganisationen ASB, DRK, MHD und den Feuerwehren Saarbrücken und Neunkirchen 36 Mitarbeiter des Rettungsdienstes als ORGL ausgewählt.

Insgesamt drei OrgL-Systeme werden zeitgleich dienstbereit vorgehalten. Sie teilen sich das Saarland in die drei Bereiche OrgL Saarland West (Landkreise Merzig-Wadern und Saarlouis), Ost (Landkreise St. Wendel, Neunkirchen und Saarpfalz-Kreis) und Mitte (Regionalverband Saarbrücken) auf. Damit kann zusammen mit den beiden LNA-Systemen bei Alarmierung zeitnah reagiert und der Schadensort angefahren werden.

Den OrgL stehen 3 Einsatzfahrzeuge auf Basis eines Ford Kuga mit einer umfangreichen, fachbezogenen Warn- und Kommunikationsausstattung zur Verfügung.
 

DIN EN 1789 Rettungsdienstfahrzeuge und deren Ausrüstung – Krankenkraftwagen

Die technischen Anforderungen an Fahrzeuge, Geräte und Material ergeben sich aus dem jeweiligen Stand der Technik, entsprechend der nationalen DIN-Normen (Deutsches Institut für Normung) bzw. der jeweiligen europaweit geltenden EN-Norm. Diese Normen kennen vier Fahrzeugtypen:

Die in Deutschland bis dahin gültige DIN 75080 wurde im Jahr 2000 durch die nun europaweit geltende Europäische Norm mit der Bezeichnung EN 1789 abgelöst. In dieser Norm werden u.a. Abmessungen, Ausstattung und Ausrüstung der verschiedenen Fahrzeugtypen definiert, die für die Behandlung und den Transport von Patienten vorgesehen sind. Nach der neuen Norm werden die Fahrzeuge, die zunächst alle als Krankenkraftwagen bezeichnet sind, in 4 verschiedene Fahrzeugtypen unterteilt.

Typ A1: Krankentransportwagen (KTW)

Meist Kombi oder Großraum-Limousine, der für den Transport eines liegenden Patienten ausgebaut ist. Die medizinische Ausstattung ist eher gering. Diese Art der Fahrzeuge ist im Saarländischen Rettungsdienst nicht eingesetzt.

Typ A2: Krankentransportwagen (KTW)

Für den Transport eines oder mehrerer Patienten mit Krankentrage und/oder Tragestuhl ausgestattetes Fahrzeug, meist auf Transporterbasis. Die im Saarländischen Rettungsdienst eingesetzten Krankentransportwagen entsprechen diesem Typ, verfügen aber über eine über die Norm hinausgehende Ausstattung.

Typ B: Notfallkrankenwagen (N-KTW)

Fahrzeuge für den Transport, die Erstversorgung und Überwachung von Patienten. Diese Fahrzeugart verfügt zwar über umfangreiche Ausstattung, der zur Verfügung stehende Platz im Inneren ist jedoch beschränkt. Fahrzeuge die als Typ B zu bezeichnen sind, werden mit Sonderausstattung wie Allradantrieb z.B. in Küstenbereichen oder in den Bergen zur Rettung eingesetzt. Im Saarländischen Rettungsdienst finden diese Fahrzeuge keine Verwendung, werden aber für den Katastrophenschutz im Saarland vorgehalten.

Typ C: Rettungswagen (RTW)

Fahrzeuge für den Transport, die erweiterte Versorgung, Behandlung und Überwachung von Patienten. Eine umfangreiche Ausstattung mit Geräten und Medikamenten ermöglicht eine effiziente und umfangreiche Versorgung vor Ort. Fahrzeuge dieses Typs werden im Saarländischen Rettungsdienst als Rettungswagen eingesetzt.

DIN 75 079 Notarzteinsatzfahrzeuge (NEF)

Pkw für den schnellen Transport eines Notarztes und entsprechender Ausrüstung an den Notfallort.

 

Neben diesen Standardfahrzeugen, die auf alle Rettungswachen im ganzen Land verteilt sind, verfügt der Saarländische Rettungsdienst auch über Sonderfahrzeuge für spezielle Einsatzzwecke.

Was tun im Notfall?

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